Auf der tropischen Insel

Ich war ja vor 12 Jahren schon einmal auf der Tropischen Insel im Spreewald. Nun hat mich die Firma noch einmal eingeladen, und ich habe mich nicht lumpen lassen und planschte mitten im kalten Brandenburger Winter im warmem Wasser. Zuerst stand allerdings die Suche nach dem richtigen Spind: meiner hatte die Nummer 8743, und die Umkleide war gaaaaanz hinten, in Richtung 10.000…. Fertig in der Badehose, stand ich vor dem nächsten Rätsel: wo geht es zur tropischen Insel? Nach einiger Suche fand ich ein paar ganz kleine, unbeschilderte Schlupflöcher, die vom Umkleide-Labyrinth zur Tropenlandschaft führten! In der Saunalandschaft ist die Auswahl an Saunen riesig, manche sind sogar in der Luft als Baumhäuser! Allerdings waren viele Wasserhähne und Duschknöpfe kaputt, an einigen Stellen hingen graue Plastikplanen, unter denen man sich ducken musste, Restaurants waren geschlossen, kurz: es sah nach Baustelle aus. Umso erfreuter war ich, als ich ein Schild sah, das verkündete, man hätte heute wegen Bauarbeiten freien Eintritt in die Saunalandschaft! Eine nette Geste. Schön ist auch der grösste Innen-Dschungel Europas (oder war es der Welt?) Hier kann man jetzt wie in Thailand in komfortablen, klimatisierten Häusern übernachten, vielleicht sogar mit Room-Service? Pech hatte ich nur mit den Liegen am Strand: die deutsche Unsitte, Liegen mit Handtüchern zu reservieren, haben hier auch Polen und andere Nationalitäten übernommen. Keine einzige Liege mehr frei! Auf 90% der Liegen waren Handtücher und Taschen den ganzen Tag über drapiert, und wehe, man würde diese zur Seite räumen! Aufgeregtes Gezeter. Ich verzichtete also auf das relaxen am Strand und testete lieber den Wildwasserkanal draussen im Freien. Bei den Kids steht er hoch im Kurs, und mit der richtigen Liegetechnik gewinnt man schnell an Fahrt. Auch der Heissluftballon, mit dem man durch die Halle schweben kann, sah vielversprechend aus. Von 6000 Gästen, die maximal in die Halle passen, sind an einem durchschnittlichen Tag rund 3300 da, doch auf der riesigen Fläche verteilen sie sich sehr gut. Einen Fitnesskurs gibt es leider nur am Montag.

Was mir noch fehlt, ist Yoga – am Strand.

Wie heizt man eine solche Halle auf Tropentemperaturen, wenn es draussen 0 Grad ist? Es gibt ein eigenes Heizkraftwerk dafür, das mit Erdgas betrieben wird. Es versorgt Fußbodenheizung, Deckenstrahlplatten und Warmluftheizaggregate. Wieviel Energie dabei verbraucht wird, konnte mir leider nicht beantwortet werden. Ich schätze aber, es ist eine ganze Menge.

 

Die gut aussehenden Männer von Quedlinburg

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Eine „Adventsstadt“ nennt Quedlinburg sich neuerdings, und dazu gibt es im Internet auch eine eigene Homepage. In der Tat gibt es wohl keine andere deutsche Stadt mit einem derart stimmungsvollen Weihnachtsmarkt – auch das traditionelle Nürnberg kann da nicht mithalten. Die Unesco-Welterbestadt wartet mit 1200 (!) denkmalgeschützten Fachwerkhäusern auf, die aus allen Epochen stammen. Der Weihnachtsmarkt findet nicht am Kornmarkt am Rathaus statt, sondern auch in umliegenden 25 Höfen.

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Naturisten in Aquitanien

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Zum ersten Mal nackt!

An der Aquitaine an der französischen Atlantikküste gibt es Nudistendörfer mit Platz für mehr als 10.000 Nackt-Urlauber
Der Eindruck des Prospektes vom Nudistendorf „Socnat“ täuscht: am Strand, vor den Chaletes und in der Hängematte tummeln sich vor allem junge, wohlgeformte Frauen. Die Realität: der überwiegende Teil der nackten Urlauber sind, wie überall in Europa, vor allem alte, dickbäuchige Männer.

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Mit der Vespa über die Alpen

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Von Chur über den San Bernadino Pass an den Lago Maggiore nach Ascona – mit einer Vespa 946 kein Problem

„Das Töff steht schon in der Garage für Sie bereit“, flötet die junge Hotelrezeptionistin in Chur. Wie bitte? Töff? Eine Vespa 946 steht dort, das neueste Designprodukt aus dem Hause Vespa, strahlend weiß mit knallrotem Sattel. Töff ist schweizerdeutsch und nicht abwertend gemeint, erfährt man aus Motorrad-Kreisen der Ostschweiz.

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Das Paris der Bohemiens – ein Wochenende voller Luxus

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Was ist Luxus? Ist es das Fläschen mit der Aufschrift „sleep spray“, das im Badezimmer des Hotels Banke steht? Und wo soll es appliziert werden? Der Butler gibt Auskunft – vor dem Schlafengehen aufs Kopfkissen sprühen, und dann würde man selig wie die Engelchen einnicken… Hört sich gut an, doch ob es so einfach funktioniert? Das Hotel ist jedenfalls schon mal ein guter Start für das verlängerte Luxuswochenende in Paris, man gönnt sich ja sonst nichts. Es gehört einer Familie aus Barcelona, deren Hobby es ist, um die Welt zu reisen und Antiquitäten und ausgesuchtes Kunsthandwerk mitzubringen. Dies wird dann in Vitrinen in den Gängen des Hotels ausgestellt und gibt dem 5-Sterne-Haus eine besondere Note. Ursprünglich war das Hotel Banke, einen Katzensprung von den Galeries Lafayette entfernt, eine Bank für Juwelen.

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Können so viele Touristen irren?

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Heute bin ich mal wieder am Checkpoint Charlie vorbeigefahren, der Trubel der Touristen war wie immer groß. Ich frage mich: warum kommen so viele Touristen dorthin? Checkpoint Charlie ist wahrscheinlich der hässlichste Platz in Berlin, es gibt überhaupt nichts zu sehen, außer einem Nachbau eines Checkpoints der Amerikanischen Allierten Streitkräfte und ein paar Schauspielern, die US-Officers nachspielen. Ich habe 3 Euro gezahlt, um euch dieses Foto hier zu präsentieren. Ansonsten gibt es: schlechte Currywurstbuden, Pizza, Burger, Döner, Ramschverkäufer mit Made-in-China Billigsouvenirkram, ein Gemälde von Asisi gegen happige Eintrittsgebühr, hässliche Häuser, schlechten Kaffee. Von der ehemaligen „Attraktion“, dem „antifaschistischem Schutzwall“, ist rein GAR nichts mehr übrig, der wurde gänzlich abgetragen. Ach ja, da ist noch das Museum am Checkpoint Charlie, überteuert, und mit wenig Inhalt. Dabei bietet Berlin sooooo viele interessante Plätze!! Einige davon habe ich in meinem neuen Buch, das bald im Via Reise Verlag erscheint, beschrieben. Dazu bald mehr.

Türkei Südküste

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Aktuell möchte ich hinweisen auf meinen neuen Reiseführer über die türkische Südküste, der bei Merian erschienen ist: Merian live! Türkei Südküste von Dirk Engelhardt, Preis: 11,99 Euro. Die Recherche dazu hat mir viel Spaß gemacht, und in den kleinen Orten der Südküste ist von Terrorgefahr wie in Istanbul oder an der Grenze zu Syrien nichts zu spüren. Hier ein kleiner Auszug meiner Fotos:

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Der „Multi Market Press Trip“

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„Unter anderem haben wir neue Häuser der Marke DoubleTree by Hilton in London und Amsterdam eröffnet. Wir wären froh, wenn wir Sie auf unserem internationalem Press Trip begrüßen dürften, auf dem Sie ein tolles Programm in beiden Städten erwartet“… So etwa lautete die mail, die ich eines Tages in meiner Mailbox vorfand. Nach London wollte ich sowieso mal wieder, und werde könnte bei einem solch verlockendem Angebot widerstehen? Zumal alles, von den Flügen bis zu Restaurantbesuchen und Museumsbesuchen von der spendablen PR-Agentur aus München bezahlt würde.

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Cornwall – im Tree House

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In Tregaminion, nahe bei Land‘s End in Cornwall, hat ein Künstler ein exzentrisches Tree House geschaffen

Das in Leinen gebundene Gästebuch, das auf dem Tisch liegt, quillt über vor Lobeshymnen. Meist von englischen Pärchen, die es hier für ihren Geburtstag, Hochzeitstag oder einen romantischen Ausflug herzog. Das „Jack Sparrow Tree House“ ist zudem noch sehr fotogen, und dürfte auf zahllosen Selfies den Hintergrund bilden.

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Adlon

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Diese neue Rubrik wird die Hotels beschreiben, die ich getestet und für gut befunden habe. Für den Anfang beschreite ich einen ungewöhnlichen Weg: ich übernachte zum erstenmal in der Stadt, in der ich wohne, im Hotel. Und zwar im besten Hotelzimmer, was die Lage angeht: Der Brandenburger Tor Suite im Hotel Adlon am Pariser Platz. Das Adlon wurde 1907 von Lorenz Adlon erbaut und brannte im Zweiten Weltkrieg nieder. Mit Baukosten von 20 Millionen Mark war es fast doppelt so teuer wie der Berliner Dom. Das Adlon ist der Hotelmythos unter den deutschen Häusern.

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