E Scooter Test

Weil man in Berlin mittlerweile überall über die bunten elektrischen Roller stolpert, hat mich ein Test gereizt. Die erste Testfahrt machte ich mit einem Roller von Tier – komischer Name. Der Roller ließ sich problemlos öffnen, doch nach einem Druck auf den Gashebel tat sich erst mal nichts. Nach mehreren Versuchen setzte sich das Gefährt in Bewegung, die 20 Km/h wurden schnell erreicht. Auch berghoch – zur Monumentenbrücke – ging es in rasanter Geschwindigkeit. Die Aussetzer nach Drücken des Gashebels häuften sich, und nach 10 Minuten ging es nur noch mit Rucken in einer Geschwindigkeit von 5 Km/h weiter. Ich wollte den Roller also abstellen. Doch die App teilte mir mit, dass ich nicht in dem erlaubten Abstellgebiet sei. Das, obwohl ich nur 400 Meter vom Abholort entfernt war. Was für einen Sinn macht eine Rollermiete, wenn man das Ding nur in bestimmten Gebieten abstellen darf? Ich rief die Hotline an, doch nach 10 Minuten Warteschleife legte ich genervt auf. Weil ich den Roller nicht ordnungsgemäß sperren konnte, liefen über 10 Euro für diese Fahrt auf. Kein schöner Anfang – auch wenn die 10 Euro erstattet werden sollen.

Wer nun denkt, schlimmer geht es nicht, sollte mal einen E-Scooter von VOI mieten. Die App ist sehr ähnlich aufgebaut, und ich finde schnell einen Roller in der Nähe. Beim Scannen am Roller sagt die App jedoch, das der Scooter „in Benutzung“ sei und ich einen anderen Scooter in der Nähe nehmen solle. Der markierte Scooter in „der Nähe“ existiert jedoch nicht. Per E-Mail erhalte ich von VOI den Ratschlag, es doch einfach „woanders“ zu versuchen. Am nächsten Tag also Code eingeben, diesmal erscheint auf der App der Hinweis: „Code ungültig“. Jana, die Dame der Agentur von VOI, rät mir, alles in Großbuchstaben einzugeben, was ich aber schon tat. Am nächsten Tag schickt sie mir einen neuen Code zu. Ich probiere wieder, diesmal steht der nächste E-Scooter zwei Kilometer von meinem Zuhause entfernt. Wieder die gleiche Ansage auf der App: „Code ungültig“. VOI mag mich nicht, und ich mag VOI auch nicht.

Der Test wird in Kürze fortgesetzt mit Lime. Leider qualifiziert sich die Geschichte für meine Rubrik „Nie wieder“…

Nun, auch die Roller der Firma Limone haben sich eingereiht in die negativen Erfahrungen. Nach zwei Wochen hin und her mit der Pressestelle erhielt ich einen Code zum Testen der E-Roller. Nach Eingabe in die app erwies sich der Code als nicht gültig. Noch eine e-mail, ein neuer Code. Ein Lime-Roller parkte nahe meiner Wohnung. Doch nach Eingabe des Codes erschien wieder die Meldung: Code nicht mehr gültig! Damit ist mein E-Roller Test abgeschlossen. Abschließend möchte ich noch bemerken, dass das Fahren von E-Rollern sowieso nicht sehr nachhaltig ist. Es werden meist nur sehr kurze Distanzen zurückgelegt, die man ebenso gut laufen kann. Damit hält man sich außerdem fit, spart Geld und unnötigen Stress (siehe oben).

Plattenbau

Plattenbauten, wie sie zu DDR-Zeiten in Marzahn oder Hellersdorf entstanden, waren bei Wessis oft das Gespött, wenn es um Architektur ging. Mittlerweile sind jene Spötter aber verstummt, denn ganz Berlin wird seit einiger Zeit zugepflastert mit Billig-Behausungen, die sich äußerlich von Plattenbauten kaum noch unterscheiden. Die urbane Ästhetik leidet, und dies in fast allen Stadtteilen. Wir haben ein Foto-Bilderrätsel zusammengestellt mit den architektonischen Entgleisungen der neuen Bauzeit. Darunter hat sich ein DDR-Plattenbau gemischt. Erkennt ihr ihn?

Herzlich -nicht- willkommen

Dass man bei der Einreise nach Israel aufpassen muss, wenn man im Reisepass Stempel von gewissen arabischen Nachbarländern hat, ist ja allseits bekannt. Im günstigsten Fall führt dies zu langwierigen Befragungen und Kontrollen der Sicherheitskräfte am Flughäfen, im ungünstigsten Fall wird einem die Einreise verweigert. Manche Vielreisende haben ja angeblich für solche Fälle zwei Reisepässe – die sollten nur nicht verwechselt werden! Die arabischen „Nachbarn“ antworten mit gleicher Münze: wer einen israelischen Stempel im Reisepass hat, darf zum Beispiel nicht nach Dubai einreisen.

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Los Caracoles

Los Caracoles, eines der ältesten Restaurants von Barcelona, fällt vielen Touristen auf, weil in die Hausecke am Carrer des Escudellers ein Grill eingebaut ist, in dem Hühnchen über Holzfeuer gegrillt werden. Der Grill ist geschickt in die Hausecke eingebaut, und der gute Geruch lockt viele Besucher ins Innere des Hauses. Dies ist in der Tat sehenswert! Man muss, um zu den verschachtelten Gastzimmern zu gelangen, quer durch die Küche laufen! Und schon die sieht aus wie im Mittelalter: auf antiken Herden, in zerbeulten Töpfen und Pfannen, köcheln die Köche die verschiedenen Gerichte mit Holzfeuer. Es ist heiss und hektisch. Bei genauerer Betrachtung (ich hatte einen Platz direkt neben der „Küche“) fällt jedoch ein Chefkoch auf, der auf einem erhöhten Stuhl sitzt und das ganze Kochgeschehen wie ein Sklavenaufseher beherrscht. Er verteilt die Befehle an die Subköche. Die Kellner wirken wie ferngesteuert, und wenn man genau hinschaut, erkennt man einige Alkoholiker. Leider ist die Essensqualität bei weitem nicht so toll wie das Ambiente, es ist lieblos zusammengekocht, dafür sind die Preise aber doppelt so hoch wie in den umliegenden Restaurants. Mein Tipp: ein Blick zur Tür hinein reicht!

Taxi in Istanbul

Wahrscheinlich gibt es dieses Thema schon 1000mal in allen Variationen. Ich bin TAXI in Istanbul gefahren!! Und wurde dabei geneppt. Die Fahrt sollte vom Taksim zum ca. 5 Kilometer entfernten Bon Hotel an der Blauen Moschee gehen. Der Fahrer verlangte zur Sicherheit die Telefonnummer des Hotels und ließ sich per Handy die Adresse bestätigen (oder was auch immer, ich spreche kein türkisch). Nach knapp 10 Minuten Fahrt durch leere Straßen hielt das Taxi an einer Sackgasse, der Fahrer meinte, er könne nicht weiterfahren und ich müsse den Rest zu Fuß gehen. Das Taxameter zeigte 170 TL (ca. 40 Euro) an (!!!). Ich meinte, das wäre zuviel für diese kurze Fahrt, worauf der Fahrer ärgerlich wurde. Ich zahlte in bar. Dann meinte der Fahrer, ich hätte 100 Lira zuwenig bezahlt und verriegelte die Türen. Nach einer Diskussion konnte ich den Wagen verlassen,  konnte froh sein, dass der Typ keine Knarre dabei hatte. Ich zog es dann vor, den restlichen Weg (ca. 20 Minuten) zu Fuß zum Hotel zu laufen…. Laut Taxipreisrechner Istanbul hätte die Strecke 20 TL kosten sollen, mir wurde also fast das 10-fache abgeknöpft… Wahrscheinlich mit Hilfe eines getürkten Taxameters, in das man jede beliebige Summe per Hand eingeben kann. Nachtrag: auf der Rückfahrt machte ich die gleiche Taxifahrt mit einem „regulären“ Taxi, das äußerlich übrigens nicht von dem ersten Taxi zu unterscheiden ist. Fahrpreis: 3 Euro!

Können so viele Touristen irren?

Heute bin ich mal wieder am Checkpoint Charlie vorbeigefahren, der Trubel der Touristen war wie immer groß. Ich frage mich: warum kommen so viele Touristen dorthin? Checkpoint Charlie ist wahrscheinlich der hässlichste Platz in Berlin, es gibt überhaupt nichts zu sehen, außer einem Nachbau eines Checkpoints der Amerikanischen Allierten Streitkräfte und ein paar Schauspielern, die US-Officers nachspielen. Ich habe 3 Euro gezahlt, um euch dieses Foto hier zu präsentieren. Ansonsten gibt es: schlechte Currywurstbuden, Pizza, Burger, Döner, Ramschverkäufer mit Made-in-China Billigsouvenirkram, ein Gemälde von Asisi gegen happige Eintrittsgebühr, hässliche Häuser, schlechten Kaffee. Von der ehemaligen „Attraktion“, dem „antifaschistischem Schutzwall“, ist rein GAR nichts mehr übrig, der wurde gänzlich abgetragen. Ach ja, da ist noch das Museum am Checkpoint Charlie, überteuert, und mit wenig Inhalt. Dabei bietet Berlin sooooo viele interessante Plätze!! Einige davon habe ich in meinem neuen Buch, das bald im Via Reise Verlag erscheint, beschrieben. Dazu bald mehr.

Der „Multi Market Press Trip“

„Unter anderem haben wir neue Häuser der Marke DoubleTree by Hilton in London und Amsterdam eröffnet. Wir wären froh, wenn wir Sie auf unserem internationalem Press Trip begrüßen dürften, auf dem Sie ein tolles Programm in beiden Städten erwartet“… So etwa lautete die mail, die ich eines Tages in meiner Mailbox vorfand. Nach London wollte ich sowieso mal wieder, und werde könnte bei einem solch verlockendem Angebot widerstehen? Zumal alles, von den Flügen bis zu Restaurantbesuchen und Museumsbesuchen von der spendablen PR-Agentur aus München bezahlt würde.

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