Hüllenlos wandern

Im Harz kann man ganz legal hüllenlos wandern – eigentlich…

„Deutschlands ältester Nacktwanderweg“ rühmt er sich, der Harzer Naturistenstieg. Er soll etwa 13 Kilometer lang sein, andere Angaben belaufen sich auf 18 Kilometer. Auf mehreren Internetseiten ist er beschrieben. Er verläuft im Tal der Wipper im Südharz, der nächste Ort ist Wippra. Also die Wandersachen eingepackt und los! Das Nacktwandern ist zunächst vorteilhaft beim Packen: außer Socken und Wanderschuhen benötigt man ja nichts! In den Rucksack kommen Proviant, Sonnencreme und Wasser, und los geht es. Der Ort Wippra ist ein verschlafener Ort am Rande des Harz, immerhin gibt es einen Supermarkt. Orte der Umgebung tragen so lustige Namen wie Popperode, Stangerode, Saurasen und Rammelburg.

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Zur Mutter aller Saunen

Wer in die Badegärten nach Eibenstock reist, kann dort ursprüngliche Saunen wie in Karelien erleben

Eibenstock in Sachsen, 650 Meter über dem Meeresspiegel, einen etwas abgelegenen Ort im Erzgebirge zu nennen, wäre fast eine Untertreibung. Zur Grenze nach Tschechien sind es von hier nur 13 Kilometer; in der Umgebung findet man verschlafene Orte wie Aue, Schneeberg oder Schönheide. Der Bäcker in der Ortsmitte backt Brot und Kuchen noch jeden Tag selbst, trotzdem kostet ein mit Vanillecreme gefüllter Schokokuchen nur 60 Cent. Statt mit „Guten Tag“ begrüßt man sich hier gerne noch mit „Glück Auf!“ In diese abgelegene, wunderbare Naturlandschaft kommen Saunafreunde aus ganz Ostdeutschland.

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Die schönste Campingdusche der Welt

Urlaub nackt auf Domaine de Bélézy in der Provence

Jeden Mittwoch ist großer Grillabend angesagt. Am Grill stehen, wie meist, nur die Männer. Die überwiegend französischen Gäste haben Humor. „Pass auf, du hast gleich noch ein Grillwürstchen mehr“, so oder ähnlich gehen die Scherze, wenn der nackte Grillmeister zu nah am Feuer steht. Der Naturisten-Campingplatz hat Platz für 1000 Menschen, und so wird es auf der Domaine sehr gesellig. Man sitzt dicht an dicht auf Biergartenbänken, kredenzt wird roter oder weißer Hauswein in Karaffen. Das nachmittägliche, sehr entspannte Boulespiel auf dem großen Platz unter den Bäumen ist beendet, und die meisten bringen selbstgemachte Salate oder Snacks mit. Und natürlich das obligatorische Handtuch, denn mit nacktem Po setzt sich ein echter Naturist nicht auf Bank oder Stuhl.

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Plattenbau

Plattenbauten, wie sie zu DDR-Zeiten in Marzahn oder Hellersdorf entstanden, waren bei Wessis oft das Gespött, wenn es um Architektur ging. Mittlerweile sind jene Spötter aber verstummt, denn ganz Berlin wird seit einiger Zeit zugepflastert mit Billig-Behausungen, die sich äußerlich von Plattenbauten kaum noch unterscheiden. Die urbane Ästhetik leidet, und dies in fast allen Stadtteilen. Wir haben ein Foto-Bilderrätsel zusammengestellt mit den architektonischen Entgleisungen der neuen Bauzeit. Darunter hat sich ein DDR-Plattenbau gemischt. Erkennt ihr ihn?

Korinth

„A Destination full of surprises“

Eine Entdeckungsreise für Journalisten nach Korinth brachte ungeahnte Qualitäten Griechenlands zutage

„A destination full of surprises“ – so wirbt der Flyer des Küstenortes Loutraki am Golf von Korinth. Wieviel Wahrheit in diesem „Claim“ steckte, sollten fünf deutsche Journalisten in sechs Tagen entdecken. Die Gruppe: eine Journalistin der „Welt“, eine Journalistin der „Passauer Neuen Presse“ und zwei Journalisten aus Berlin, die eine Online-Reiseseite betreiben, die nach eigenen Angaben 1,1 Millionen PIs pro Monat hat.

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Der Champagner Pallas

Wie ich herausfand, das ich das gleiche Auto wie Erich Honecker fuhr

Es war im Meilenwerk, dem Lieblingsziel in Berlin für Oldtimer-Enthusiasten, vor einem Jahr. Das Auto stand in einer Nische, und das Design nahm mich auf den ersten Blick gefangen. Stromlinienform, Goldmetallic-Lackierung, grün-bläulich getönte Scheiben, innen üppige Polster in Rostfarbe, der Teppich in ähnlicher Farbe, nur eine Stufe dunkler. Solche Autos werden heute nicht mehr gebaut, werden sie überhaupt noch einmal gebaut?

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Wo ist Luthers Tintenfleck?

Zur „Stadtkirmes“ in Mühlhausen lud mich die „Welterberegion Wartburg Hainich“ ein. Klingt spannend, ich stellte mir eine nostalgische Kirmes in einem mittelalterlichen Dorf vor. Es sollte anders kommen, doch der Reihe nach. Erster Programmpunkt: eine Führung durch die Wartburg. Auch für Kenner von deutschen Burgen ist die Wartburg immer noch etwas besonderes. Natürlich fragten in Luthers ehemaligen Schreibzimmer alle nach dem berühmt-berüchtigten Tintenfleck. Der ist nicht mehr da, von vielen Putzfrauen im Laufe der Geschichte weggeschrubbt. Oder so. Hier ein Foto vom fehlenden Tintenfleck:

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Führer durch das lasterhafte Berlin

Der Bebra Verlag, für den ich fast einmal ein Buch geschrieben hätte, hat mir ein Büchlein zugeschickt, das im Original im Jahr 1931 erschienen ist. Es entführt den Leser in das Berlin der goldenen 20er Jahre, und ich gebe zu, dass ich es verschlungen habe und es schon jetzt zum Berlin-Buch des Jahres küre. In den 20er Jahren schwappte der Swing nach Berlin. Berlinerinnen waren damals wohl hochgradig tanzbegeistert: es wurde Nacht für Nacht in fast 900 Ballsälen oder Tanztempeln getanzt! Manche Hotels hielten sich eigene Tanzkapellen. Wenn man so liest, wie sich das Nachtleben im Berlin der 20er Jahre gestaltete, und es mit den heutigen Vergnügungsstätten vergleicht, kann man nur den Schluss ziehen, dass Nightlife 2018 absolut kalter Kaffee ist! Kokain wurde damals schon in rauen Mengen konsumiert, und Tischtelefone und sogar Rohrpost waren in den Tanzlokalen keine Seltenheit! Mit dem Tischtelefon konnte man einen Partner zum tanzen auffordern, mit der Rohrpost wurden Liebesbriefe verschickt (die allerdings manchmal zensiert wurden, vom Chef des Hauses). Es gab ein Mega-Restaurant, Haus Vaterland, mit mehreren 1000 Plätzen, und Abteilungen mit kulinarischen Genüssen aus aller Welt. Natürlich waren die Bedienungen immer in der Landestracht gekleidet, spanisches Essen servierten feurige Flamenco-Tänzerinnen usw. Ein anderes Restaurant war ein Gefängnis (Sing Sing), in dem Knackis das Essen servierten. Es gab sogar einen elektrischen Stuhl, und wer darauf auf authentischsten zappelte, bekam ein Freibier. Mehr dieser Anekdoten: Führer durch das lasterhafte Berlin, Bebra Verlag, Curt Moreck, 22 Euro. Erhältlich in jeder Buchhandlung.