Umbrien

Jenseits des Corso Vannucci

Umbrien ist von Touristen nicht so stark belagert wie die Toscana. Vielleicht nicht mehr lange…

Susi und Nina, die beiden Trüffelhunde, lassen sich nicht lange bitten. Sie kennen den „Spaziergang“ mit ihrem Herrchen, Andrea, schon und springen schwanzwedelnd aus dem Auto. Von Norcia aus geht es 10 Minuten Richtung Berge, die im Februar auf den Spitzen noch schneebedeckt sind. „Auch im Sommer werden es hier selten mehr als 25 Grad“, beschreibt Andrea das Bergklima. Der gut durchtrainierte Umbrier nimmt die Trüffelhacke in die Hand, und los geht es. „Die Trüffelhacke darf nur 10 Zentimeter lang sein, das ist gesetzlich vorgeschrieben, da sonst die empfindlichen Trüffelwurzeln zerstört würden“, klärt er seine Gäste auf. Die Wintertrüffel sind die besten – und teuersten. „Auf dem Markt bekomme ich für ein Kilogramm bis zu 1000 Euro“, verrät Andrea. Die Suche lohnt also. Erst vor wenigen Monaten hatte das Auktionshaus Sothebys einen 1,9 Kilogramm schweren Trüffel aus Umbrien für einen Millionenbetrag versteigert.

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Offroad Marokko

Wie eine Pauschalreise zu einer Survivaltour werden kann.

Erfahrungen macht man nicht nur auf Reisen, sondern auch danach. „Solange nicht genau feststeht, was du dir dort geholt hast, komme ich dich nicht besuchen. Ich hoffe, du verstehst das“, teilen mir Freunde unverblümt am Telefon mit, während ich mit Wüstenfieber zuhause im Bett liege. Am vorletzten Tag hatte es mich gepackt – erst Durchfall, dann Fieberschübe bis 39 Grad, vor allem abends. Ich fühle mich wie ein Aussätziger, dabei habe ich doch nur Fieber! Und immer nur Wasser aus Plastikflaschen getrunken, wie es der Reiseführer geraten hatte. Der Bluttest vom Tropeninstitut erbrachte kein auffälliges Ergebnis. Nach fünf Tagen verschwand das Fieber so plötzlich, wie es gekommen war. Geheimnisse Afrikas…

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Die Heidi winkt in der Kurve

Den Glacier Express kennt jeder. Doch jenseits dieser Traumstrecke ist die Schweizer Bergwelt von einem perfekten Netz von Bahnen, Zahnradbahnen, Dampfern und Seilbahnen erschlossen – die jeweils auch noch aufeinander getaktet sind und natürlich immer pünktlich abfahren.

Der Glacier Express, der „langsamste Schnellzug der Welt“, ist für Touristen der Inbegriff der Schweizer Bergbahnen. Für die Strecke von Sankt Moritz bis Zermatt benötigt die Schmalspurbahn acht Stunden. Dabei werden sage und schreibe 291 Brücken überquert. Der Spass kostet 149 Euro in der zweiten Klasse, in der ersten sind es 262 Euro. Viel weniger bekannt, dafür aber mit einem normalen Ticket der Schweizer Bundesbahnen befahrbar, ist die Golden Pass Linie von Luzern nach Montreux. Auch hier gibt es Komfort: zwischen Zweisimmen und Interlaken werden Salonwagen der 1. Klasse eingesetzt, die drehbare Sitze haben. Außerdem kann man für einen Aufpreis von 15 Euro Sitze im verglasten Frontteil des Zuges buchen, und hat damit eine unvergleichliche Panoramasicht.

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Die Pressereise

Unterwegs auf einem „Multi-Market Press Trip“ nach Amsterdam und London

„Unter anderem haben wir neue Häuser der Marke DoubleTree by Hilton in London und Amsterdam eröffnet. Wir wären froh, wenn wir Sie auf unserem internationalem Press Trip begrüßen dürften, auf dem Sie ein tolles Programm in beiden Städten erwartet“… So etwa lautete die mail, die ich eines Tages in meiner Mailbox vorfand. Nach London wollte ich sowieso mal wieder, und werde könnte bei einem solch verlockendem Angebot widerstehen? Zumal alles, von den Flügen bis zu Restaurantbesuchen und Museumsbesuchen von der spendablen PR-Agentur aus München bezahlt würde.

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Die schönen Frauen von St. Petersburg

Nicht nur prachtvolle Paläste, Residenzen und Schlösser machen die Reise nach St. Petersburg verlockend. Da sind auch noch die hübschen Russinnen…

„Bitte immer Kette vorhängen“ steht auf einem signalgelben Aufkleber auf der Hotelzimmertür des vier-Sterne Hauses direkt am Baltischen Meer. Dass es in St. Petersburg jede Menge zwielichtiger Gestalten gibt, die es auf das Hab und Gut der „reichen“ Touristen abgesehen haben, bläut Reiseleiterin Larissa jeder Gruppe mehrmals ein. Denn sich die Kamera oder gar das Portmonee stehlen zu lassen, das verdirbt garantiert die gute Laune für den Rest des Aufenthaltes. Besonders in der U-Bahn, die zu jeder Tages- und Nachtzeit gerappelt voll ist, haben Langfinger ihr Revier. Dafür kostet eine Fahrt, egal wie lange und wohin, nur rund 30 Cent. Weiterlesen

Barcelona

Smartphone Travelling

Barcelona mal nicht mit dem Reiseführer entdecken, sondern mit dem Smartphone

Sich in der Buchhandlung einen Reiseführer für den Urlaub zu kaufen, um vorher darin zu schmökern und erste Pläne zu schmieden, das macht Spass. Und Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. In Zeiten des Smartphone ist das Ganze aber auch interaktiv möglich – und ungleich spannender. Sofern man die Landessprache beherrscht, kann man sich auf Webseiten des Zielgebiets über aktuelle Events informieren, die nicht in Reiseführern gelistet sind, sich in Foren mit Einheimischen austauschen und diese im Idealfall sogar persönlich treffen. Die meisten Hotels und Restaurants verfügen über WLAN, so dass der Empfang ins World Wide Web sichergestellt ist.
Für ein Wochenende in Barcelona soll es eine Stadtführung durch das Stadtzentrum sein, durch die Gassen der Altstadt. Außerdem wollte ich gute Restaurants kennenlernen, Tapas essen, und abends Swing tanzen.

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Borkum und Juist

Borkum oder Juist?

Allergiker und Naturliebhaber, Familien und Senioren sind die Zielgruppen – vor allem aus Deutschland

Plak – plak – plak – plak. Es gibt kaum etwas angenehmeres, als morgens um sieben Uhr von klappernden Hufen geweckt zu werden. Danach erstmal Stille. Eine Viertelstunde später kommt die zweite Kutsche vorbei. Vielleicht ist es auch die Müllabfuhr, oder der Getränkeheini. Das Fehlen von Autos lässt einen Urlaub auf Juist zu einer kleinen Reise in die Vergangenheit werden – wo hört man noch das raue „Tsat-Tsat“, das der Kutscher seinen Gäulen zuflüstert, damit sie den kleinen Hügel zum Kurhaus ohne stehenzubleiben hochtraben?

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Extremadura

Deutsche Künstler und die Essenz des spanischen Dorfes

In die Extremadura kommen nur wenige Touristen – die dürfen sich aber auf Kunst-Raritäten und das älteste Thermalbad Europas freuen.

Der Künstler Wolf Vostell, 1932 in Deutschland geboren, kam im Jahr 1958 zum ersten mal in die Extremadura. Die Extremadura ist die Region im westlichen Spanien, rund 300 Kilometer westlich von Madrid. „Stellen Sie sich vor, 1958 gab es in der Extremadura fast noch keine Autos, die Leute waren Bauern und bitterarm“, erzählt Josefa Cortés Morillo den Besuchern des Museo Vostell Malpartida. Der etwas feiste Deutsche verliebte sich nicht nur in den Landstrich, sondern auch in eine hübsche junge Lehrerin aus dem Dorf: in Mercedes Guardado Olivenza, und er heiratete sie ein Jahr später. Vostell, der sich damals mit Pejes, den jüdischen Schläfenlocken, umtat, die für ihn eine Hommage an den grausamen Tod der Juden in Deutschland darstellten, fiel in dem Landstrich natürlich auf. „Sie müssen daran denken, dass das noch zur tiefsten Franco-Zeit war“, schildert es Cortés Morillo. Vostell begeisterte sich für eine alte, völlig verfallene Wollwäscherei, die an einem See mit einem Staudamm lag, der von bizarren Felsen umgeben ist. Diesen Ort erkor er 1974 als Museum für die beginnende Fluxus-Bewegung aus und erklärte ihn gleichzeitig offiziell zum „Kunstwerk der Natur“.

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